Illusion Art Dolls ersetzt in Wallotti’s Ateliér Reborn Baby Doll Art

Posted By on 11. Juni 2011

Kaum war die  einseitige Reportage über das Rebornen verdaut, die kürzlich im Fernsehen zu sehen war, tauchte im Netz auf einer Plattform für Puppenliebhaber der nächste Link zu einem Bericht auf, der im amerikanischen TV gesendet worden war. Diesmal warnten Psychologen vor dem “gefährlichen” Rebornbaby, das natürlich wieder auf den Aspekt Puppe als Kindersatz reduziert worden war.
 

Neues Motto für Wallotti's

Um meine künstlerischen Ambitionen und Ansprüche zu unterstreichen, habe ich mir einen neuen Namen für das gesucht, was ich tue. Ich gestalte fortan Illusion Art Dolls, statt “Rebornbabies” zu machen. AteliérAngenervt davon, dass so gut ausgebildete Leute wie Journalisten und Psychologen einen Gegenstand permanent so einseitig wahrnehmen, habe ich für mich beschlossen, mir einen eigenen Namen für das zu suchen, was ich tue. Ich mache gerne Puppen und ich benutze dafür die Techniken, die aus dem ursprünglichen Reborngedanken hervorgegangen sind. Doch in Vielem sehe ich mich eher als Puppenmacherin und nicht so sehr als der Typ Reborner, der ganz offensichtlich mehr Anklang bei den Medien findet. Für mich steht der künstlerische Schaffensprozess im Vordergrund und ich versuche mit meinen Puppen Botschaften zu transportieren, die auf etwas völlig anderes ausgerichtet sind, wie das, was die Medien aufgreifen Die Rebornszene ist bei nähere Betrachtung bei Weitem nicht so einheitlich, wie man es vielleicht auf dem ersten Blick glauben mag. 

Es gibt unterschiedliche Strömungen. Mir persönlich liegt Vieles von dem nicht, was andere für sich bevorzugen. Im Zusammenhang mit Puppen, kann ich mit Kreissaaldarstellungen genauso wenig anfangen, wie mit dem vielerseits beliebten Adoptionsgeplänkel. Ich entferne mich im Zusammenhang mit meinen kleinen Kunstwerken nicht von dem Objekt Puppe. Auf meiner Homepage gibt es keine Seite, auf der meine Arbeiten zur Adoption angeboten werden. Ich nehme das Wort Mama gar nicht erst in den Mund und ich verfalle sprachlich schon lange nicht mehr in eine auf Kleinkinder gemünzte Rede, um typische Mutterinstinkte damit anzusprechen.Was Jemand tut und was Jemanden gefällt, ist immer eine persönliche Geschmacksache. Dementsprechend hat sowohl das Eine, wie auch das Andere seine Berechtigung und ich will mir hier nicht anmaßen, über das zu urteilen, was andere tun, weil ich der Meinung bin, dass Dinge in Ordnung sind, solange derjenige, der sie tut, mit sich selbst darüber im Reinen ist.

Das Einzige was mich interessiert, ist die Abgrenzung von dem, was mir persönlich nicht liegt. Meine Reborn Babypuppen müssen in dem Gesamtkontext gesehen werden, in dem sie bei mir entstehen. Mein künstlerischer Schaffensprozess endet nicht mit der Fertigstellung der Puppe. Er geht mit dem Fotografieren und dem, was aus den Fotos entsehten soll, weiter. Die Fotostrecken erzählen kleine Geschichten, die in einem Film über die Puppe festgehalten werden sollen. Film über Spendenpuppe Cedrik. Bevor ein Film entsteht, versuche ich international bekannte Songwriter und Interpreten für mein Anliegen zu gewinnen, so dass sie mir kostenlos das Recht einräumen, ihre Musik für die geplante Fotoshow zu nutzen, mit der ich das Augenmerk auf eine Kinderhilfsorganisation lenken möchte, die sich weltweit um benachteiligte Kinder kümmert. Auch die Charity Auktionen auf ebay rücken das Kindeswohl in den Mittelpunkt. Beispiel für eine solche Auktion

Dementsprechend versuche ich eine ganz andere Käuferschicht anzusprechen, wie die, auf die sich die Medien stürzen. Mit dem, was ich tue, kann und darf es mir überhaupt nicht daran gelegen sein, mich gezielt an ein Klientel zu richten, das in den Puppen etwas anderes sieht, als einen toten Kunstgegenstand und ich möchte es auch aus Gründen der Eitelkeit nicht. Denn wie jeder andere Künstler auch, wünsche ich mir, dass das, was ich erschaffen habe, in seinem Gesamtkontext erhalten bleibt. Deshalb suche ich Leute, die die Puppe kaufen, weil der Erlös realen Kindern zu Gute kommt. Im Idealfall sind das Personen, die in meinen Puppen genau das gleiche hochwertige Kunstobjekt erkennen, wie ich es tue. In solche Hände möchte ich meine Werke abgeben, weil dort die künstlerische Leistung im Vordergrund steht. Dementsprechend wird es dem Käufer daran gelegen sein, mein Werk möglichst unbespielt auf Dauer zu bewahren.

Wallotti's Ateliér ~ Illusion Art Doll Creator

Um meine künstlerischen Ambitionen und Ansprüche zu unterstreichen, habe ich für mein Tun den Namen Illusion Doll Art geprägt.  Ich gestalte fortan Illusion Art Dolls, statt “Rebornbabies” zu machen. Diese Bezeichung bringt unmißverständlich die Dinge zum Ausdruck, an denen mir gelegen ist. Ich gestalte Puppen, die für einen Moment die Illusion erzeugen, etwas Lebendiges vor Augen zu haben, bevor der tote Kunstgegenstand erkannt wird, von dem die Sinnestäuschung ausgeht. Wenn es gelingt, die Wahrnehmung des Betrachters einen Moment lang in die Irre zu führen, ist das Kunst und nichts Anderes. Wenn mit dem Objekt auch noch eine eine gesellschaftrelevante Aussage transportiert wird, manifestiert sich der Kunstgedanke noch weiter. Die Bezeichnung Illusion Doll Art bringt das aus meiner Sicht hervorragend zum Ausdruck und so nenne ich mich selbst nun nicht mehr Rebornerin, sondern Illusion Art Doll Creator. Das ist ein kleiner Schritt, um mich als Künstlerin zu emanzipieren, denn auch ein Künstler entwickelt sich weiter. Und so ist mittlerweile meine Homepage nicht mehr nur über http://www.wallotti.de/, sondern  auch über die Domain  http://www.illudollart.de/ zu erreichen.

Das Real Color Wheel von Don Jusko

Posted By on 1. Juni 2011

Real Color Wheel von Don Jusko

In dem Anleitungsvideo von Precious Little Baby Dust Real Color Wheel zeigen Raquel Maynard und Cassie Peek ein Farbrad. Es handelt sich dabei um das von Don Jusko entwickelte Real Color Wheel. Dieses Farbrad wird im Web kostenlos zum Download  angeboten

Im Prinzip verkörpert das Real Color Wheel einen neueren Farblehrenansatz.  Don Jusko geht von drei anderen Grundfarben aus, wie es zur Zeit noch an den Kunsthochschulen gelehrt wird. Neuere Ansätze nehmen die Farben  Gelb (Nr. 1 auf dem Farbrad), Magenta (Nr. 13) und Cyan Nr. 25) als Ausgangsbasis und das sind auch die Farben, die  in einen Tintenstrahldrucker hineinkommen.  Es gibt eine Fraktion in der Kunstszene, die der Auffassung ist, dass man mit den diesen Ausgangsfarben lebhafterer Bilder malen kann und das dieser Farbraum mehr Farbspielraum zulässt.

Bei Don Jusko ist das Rot (Nr. 7)  eine 50:50 Mischung aus Magenta und Gelb. Blau (Nr. 19) eine 50:50 Mischung aus Cyan und Magenta und Grün (Nr. 31) eine 50:50 Mischung aus Cyan und Gelb.

Obwohl es sich um einen anderen Farbraum handelt,  wie in der herkömmlichen Farblehre, unterscheidet sich das Real Color Wheel kaum von den anderen Farbkreisen. Auch in diesem Farbrad liegen sich die Komplementärfarben gegenüber.

Gelb       (Nr. 01) ->  Blau  (Nr. 19)
Magenta (Nr.13)  ->  Grün (Nr. 31)
Cyan      (Nr. 25) ->  Rot    (Nr. 7)

Im äußersten Ring des Farbrades ist der hellere Farbton und im 2. und ganz innen die kräftige Variante des gleichen Farbtons zu sehen. Zwischen dem 2. Ring und dem Farbring in der Mitte sind 10 weitere Ringe. Von außen nach innen betrachtet, verdeutlichen diese Ringe, wie die  kräftige Variante einer Farbe  schrittweise mit der kräftigeren Variante der Komplemtärfarbe neutralisiert wird. Je satter man z.B. das Blau (Nr. 19  Mischung aus Cyan und Magenta) mit dem Gelb (Nr. 1) mischt, desto mehr geht es in Richtung braun bis schwarz, weil die Farbpigmente zunehmend die Eigenschaft verlieren, die Spektralfarben des Lichts zu reflektieren.

Wer eine Farbe neutralisieren möchte, muss im Prinzip auf den äußeren Ringen den Farbton suchen, der in die Richtung des der Farbvariante geht, der neutralisiert werden soll. Eventuell muss sich die Farbe sogar noch ein wenig heller vorgestellt werden oder man druckt sich einfach eine hellere Variante von dem Farbkreis aus. Sobald man fündig wurde, geht man auf dem Farbrad an die Stelle, die dem Farbton auf der anderen Seite des Kreise bzw. Rings genau gegenüber liegt. Auf diesem Weg erhält man die Komplementärfarbe.

Im Gegensatz dazu stellen die einzelnen Spalten (also 1, 2 , 3, 4 ….) in den äußeren Ringen Färbeschritte dar.  Im Uhrzeigersinn gelesen zeigt das Farbrad Farbnuancen von:

Gelb in Richtung Rot. Die Farbvarianten entstehen, indem dem Ausgangsgelb solange  Magenta zufügt. Bis eine 50:50 Mischung entstanden ist.

Rot in Richtung Magenta. Diese Farbstufen werden erreicht, indem immer weniger Rot mit immer mehr Magenta gemischt wird, bis schließlich gar kein Rotanteil mehr vorhanden ist.

Magenta in Richtung Blau. Die Farbvarianten entstehen, indem dem Ausgangsmagenta solange  Cyan  zufügt bis eine 50:50 Mischung entstanden ist.

Blau Richtung Cyan. Diese Farbstufen werden erreicht, indem immer weniger Blau  mit immer mehr Cyan gemischt wird, bis schließlich gar kein Blauanteil mehr vorhanden ist.

Cyan Richtung Grün. Die Farbvarianten entstehen, indem dem Ausgangscyan solange  Gelb zufügt, bis eine 50:50 Mischung entstanden ist.

Grün Richtung Gelb. Diese Farbstufen werden erreicht, indem immer weniger Grün mit immer mehr Gelb gemischt wird, bis schließlich gar kein Grünanteil mehr vorhanden ist.

Das Rebornbaby: was hat es mit diesen Puppen auf sich

Posted By on 30. Mai 2011

Ein Fernsehformat, das aufgrund seines Namens mit objektiver Berichterstattung und Meinungsbildung assoziiert wird, vermeinte sich nun auch einmal des Themas Rebornbabypuppe annehmen zu müssen. ( Spiegel TV )  Unter der Überschrift: ” Plastiknachwuchs: Falsche Babies für echte Muttergefühle ” ist bedauerlicher Weise in diesem Fall auch nicht mehr dabei heraus gekommen, was auf Boulevardniveau schon so oft zu diesem Thema im Fernsehen gesehen wurde Vielleicht ist das nicht einmal weiter verwunderlich. Denn es scheint mittlerweile immer mehr in Vergessenheit zu geraten,  für was das Reborn steht, an dass wir unsere “Babies” anhängen.

Reborn heißt wiedergeboren werden und um Vergleichbares ging es bei dieser Art von Puppen ursprünglich tatsächlich. Es war eine Amerikanerin, die vor mehr als 20 Jahren auf die Idee kam, eine bereits fertige Spielpuppe umzuarbeiten. Aus dieser Idee entstand eine künstlerischen Spielart des Puppenmachens, auf  die der Name das Reborn zurückzuführen ist.  Seit dem Entstehungsgedanken wurde in Ermangelung an unfertigen Bausätzen über Jahrzehnte hinweg auf bereits fertige Spielpuppen zurück gegriffen, wenn ein Reborn entstehen sollte.

Bevor es überhaupt  losgehen konnte, mussten die fertigen Puppen gänzlich von ihrer Färbung befreit werden. Sofern Haare auf dem Kopf vorhanden waren, fielen auch sie der Säuberungsaktion zum Opfer. Sie wurden ausgerissen und bei Behaarungen, die  in das Vinyl eingeprägt worden waren, griff Frau gar zum Schleifgerät. Die Puppe wurde also gänzlich elemeniert, bevor aus ihr eine eine andere Puppe hervorgehen konnte. Dieser Ursprung zeigt auf, dass aus einer herkömmlichen Spielpuppe eine veredelte Künstlerpuppe “wiedergeboren” werden sollte und dieser Aspekt verdeutlicht, dass es bei dem Rebornbaby gar nicht darum geht, etwas entstehen zu lassen, was als Ersatz für fehlgeleitete Muttergefühle gedacht ist.

Das Ziel: ein kurzer Moment der Sinnestäuschung, bevor das vermeintlich Lebendige als Gegenstand, also als Puppe erkannt wird

 

Eine Rebornbaby Puppe spielt mit der Wahrnehmung eines Menschen . Es geht darum, eine Sinnestäuschung zu erzeugen.  Sie ist gelungen, wenn der Betrachter einen kurzen Moment lang denkt, etwas Lebendiges vor sich zu haben, bevor die verwunderte Erkenntnis einsetzt, dass das, was er sieht,  in Wahrheit ein toter Gegenstand in Form einer Puppe ist.  Nun mag es durchaus sein, dass es tatsächlich Leute gibt, die mit ihren Reborns im Kinderwagen in einen Drogeriemarkt einkehren, um dort Cremes für ihre Puppe zu kaufen und was davon zu halten ist, bleibt jedem selbst überlassen.  Soviel sei an dieser Stelle dazu gesagt.  Die Färbung einer Puppe nimmt es einem unter Umständen ziemlich krumm, wenn sie über Gebühr mit fetthaltiger Kosmetik in Berührung kommt. Auch Cremes können Bestandteile enthalten, die zur Zersetzung der Farbe führen. Das Einzige, was an einer Rebornbaby Puppe tatsächlich in regelmäßigen Abständen ein wenig Plege benötigt, sind die Haare. Denn sie entstehen in aller Regel aus Naturfasern. Es handelt sich um totes Gewebe, dass brüchig werden kann, weil es nicht mehr auf natürlichen Weg  nachgefettet wird. Deshalb macht es an dieser Stelle in der Tat Sinn, das Haar hin und wieder mit einer möglichst weichen Bürste zu kämmen, nachdem sie mit ein paar Spritzer Haar-Repair-Lotion leicht angefeuchtet wurde.

Doch das, was in dieser Form nun schon mehrmals im Fernsehen gezeigt wurde, trifft auf die Mehrheit der Menschen, die sich mit diesen Puppen umgeben, nicht zu. Oft haben Leute nur deswegen eine Puppe, weil sie Ähnlichkeit mit dem Enkel aufweist, als der noch in dem entsprechenden Alter war. So eine Puppe sitzt dann womöglich einfach nur in einem Regal. In solchen Fällen ist die Puppe als lapidare  dreidimensionale Momentaufnahme anzusehen, der ein Stellenwert beizumessen ist, der mit dem eines Foto verglichen werden kann. Natürlich kommt es häufig vor, dass die Puppen auch in gefälliger Weise in Szene gesetzt werden, um sie anschließend unbespielt darin zu belassen. So etwas geschieht, um die Sinnestäuschung zu vergegenwärtigen, die dem Objekt  Reborn innewohnt.  An diesem Punkt wird die Puppe zur hochwertigen Sammlerpuppe, die zu Recht den Status eines Kunstobjekts einnimmt, denn auch jedes andere Kunstwerk wird von Kunstfreunden gezielt so ins Blickfeld gerückt, dass das zur Geltung kommt, was zum Ausdruck gebracht werden soll.

Eine gut gemachte Rebornbabypuppe kann zudem als Ausdrucksmittel dienen, weil sie dazu geeignet ist, den wünschenswerten Idealzustand des gut behüteten Start ins Leben  zu versinnbildlichen, der jedem echt lebenden Kind zu Teil werden sollte. Denn eine gut gemachte Rebornbabypuppe bringt die Fragilität frühkindlichen Lebens anschaulich zur Geltung. Kinderseelen sind leicht zu zerbrechen und unsere Gesellschaft zeichnet sich nicht nur durch sinkende Geburtenzahlen aus. Es gibt auch andere Mißstände zu bemängeln, z.B. Kinderarmut, Mißbrauch, Mißhandlungen, Vernachlässigung und Verwahrlosung. Die Medien künden andauernd davon, wie das natürliche Anrecht auf eine behütete Kindheit in Grund und Boden gestampft wird.  Die Anhänger von Rebornbaby Puppen sind zumeist Menschen, denen solche Kinderschicksale nicht egal sind. Ich persönlich engagiere mich mit meinen Puppen für eine weltweit anerkannte Kinderhilfsorganisation.  Als in Portugal Madleine Mccann verschwand, schlossen sich Reborner aus der ganzen Welt spontan zusammen, um durch Puppenverkäufe möglichst viel Geld für die Madleine Foundation zu sammeln. Nach dem Erdbeben in Haiti eröffnete  ein Zusammenschluß von Rebornern bei uns in Deutschland einen Spendenshop auf Dawanda, um Geld für die in Not geratenen  Kinder Haitis zu rekrutieren.   Solch Engagenment für Kinder wurde im Fernsehen noch nie erwähnt. Dabei gewinnen  Rebornbaby Puppen gerade in solchen Momenten genau eine der Bedeutungen, die Puppen in unserer Gesellschaft beigemessen wird. Sie werden zu dem stummen Freund für Kinder, der Kummer abschwächt.

Allerdings sollten  die bisher gezeigten Berichte auch die Reborngemeinde einmal zum Nachdenken anregen. Wir mögen es nicht, in der Öffentlichkeit so dargestellt zu werden, wie wir es immer wieder im Fernsehen mitverfolgen können.  Vielleicht sollte sich der Eine oder die Andere einmal die Frage durch den Kopf gehen lassen, was sie selbst dagegen tun könnten?  Wer Klischees für sich durchbrechen möchte, die darauf abzielen, dass “Anhaenger von Rebornbabies reale Kinder durch Faked Babies aus Vinyl ersetzen, weil sie das ideale Kind verkoerpern, das nie erwachsen wird” oder dass sie “ein Zuviel an Muttergefühlen” in sich herum tragen, sollte es vielleicht besser unterlassen, im Zusammenhang mit einer Puppe in eine Sprache zu verfallen, die eigentlich auf reale Kinder gemünzt ist. Ganz besonders dann, wenn es sich um eine Illusion Art Puppe handelt, die die menschliche Wahrnehmung einen Moment lang in die Irre führen soll.  Wer weiß, vielleicht käme dann die reduzierte  Sichtweise  einer neuen Kunstform gar nicht erst zu Stande, die bedauerlicher Weise zunehmend verkannt wird.  Womöglich wird  in unreflektierter Weise gerade das Klischee zu oft bedient, das uns das Fernsehen bisweilen in so krasser Form  vor Augen führt, dass es  uns den Anlass zum Ärger bietet, weil sie einer Vielzahl von Leuten, die sich mit Rebornbaby Puppen umgeben, nicht gerecht wird.

Ich persönlich verzichte schon seit Jahren ganz bewusst auf bestimmte Begrifflichkeiten, die sich in der Welt der Rebornbaby Puppen eingebuergert haben. Ich lehne es z.B. ab, von mir geschaffene Rebornbaby Puppen zur “Adoption freizugeben”. Puppen, die ich gestaltet habe, werden zum Verkauf angeboten und dementsprechend suche ich fuer ein Rebornbaby einen Kaeufer und keine neue “liebe Mama”.  Meine Puppen werden auch nicht geboren, sie werden fertig gestellt. Deshalb können sie auch nicht mit einem Geburtsdatum, sondern nur mit einem Herstellungsdatum aufwarten. Ich  bin der Auffassung, dass Bezeichnungen, die im Zusammenhang mit Kindern stehen, in dem Kontext belassen werden sollten, in dem sie hinein gehoeren. Eine Zweckentfremdung bietet den Kritikern in diesem Zusammenhang eine willkommende Ausgangsbasis fuer  Thesen wie:  “Plastiknachwuchs: Falsche Babies für echte Muttergefühle”.

Mono Rooting mit HQ Premium Kids Mohair, die Königsdisziplin in Sachen Haar für eine Rebornbaby Puppe

Posted By on 10. März 2011


Was die Haare eine Rebornbaby Puppe angegeht, bin ich sehr pingelig. Dementsprechend ist der Arbeitsprozess bei mir sehr langwierig. Das liegt daran, dass ich die Haare aus HQ Premium Kids Mohair im Mono Rooting Verfahren einsetze. Es ragt also jeweils nur ein Haarende aus dem Einstichsloch heraus. Desweiteren lege großen Wert darauf, dass auf dem Kopf eine gewisse Ordnung herrscht. Aus diesem Grund arbeite ich beim Rooten grundsätzlich unter einer Lupe. Dabei bediene ich mich der sogenannten Schlingentechnik. Das heißt, ich halte einen

Zeitaufwendiges Mono Rooting als Geduldsprobe (zum Vergrößern aufs Bild clicken)

Strang HQ Premium Kids Mohair zur Schlinge geformt in der linken Hand und ziehe mit der Nadel jeweils ein Haar aus dieser Schlinge heraus. Diese Methode ist umständlich, aber dafür überzeugt mich das Ergebnis ungemein. Ich habe auch schon andere Mono Rooting Verfahren ausprobiert. Aber unter der Lupe betrachtet, hat mir das Ergebnis letztendlich doch nicht gefallen. Also bin ich wieder zu meiner alten Methode zurückgekehrt, bei der ich bei jedem einzelnen Haar die Position und die Fallrichtung bestimmen kann.

Das erste Bild von meinen zwei wachen 6″ Mini Rebornbabies

Posted By on 7. März 2011

Elisabeth und Missy

15 cm große Puppen in Form von Rebornbabies

Heute zeige ich das erste Bild von meinen zwei wachen 6″ Mini  Rebornbabies. Die Puppe Elisabeth wurde auch von Danielle Zweers modelliert.  Bei Missy weiß ich es nicht sicher, wer sie gemacht hat. Genau wie ihre beiden schlafenden Geschwister Macey und Marylin sind die beiden süßen Rebornbabies nur 15 cm groß.  Die kleinen Schätzchen haben ganz zart gezeichnete Augenbrauen und sie besitzen Wimpern aus Hauch dünnem Kids Mohair. Jede Wimper wurde einzeln von mir aufgeklebt, weil ich es nicht gewagt habe, an den Augen einer so kleinen Puppe zu rooten.

Augenbrauen bei einer Rebornbaby Puppe zeichnen

Posted By on 28. Februar 2011

Augenbrauen bei einer Rebornbaby Puppe

Das Zeichnen der Augenbrauen bei einer Rebornbaby Puppe finde ich persönlich sehr anspruchsvoll.  Zum einen müssen sie überzeugend im Gesicht platziert werden. Außerdem ist es wünschenswert, dass sie zum Gesichtsausdruck passen und dann ist da noch die Sache mit dem locker aus dem Handgelenk kommenden feinen Pinselstrich,  mit dem so nebenbei auch noch eine natürliche Wuchsrichtung erzeugt werden muss.

In seiner Gesamtheit stellt das für mich eine Kür dar, die mir eigentlich so gut wie nie auf Anhieb gelingt. Deshalb habe ich mir da meine eigenen Tricks entwickelt.

Feiner Pinselstrich

1. Bei Acryl Farben

Als ich noch mit Farben arbeitete, die auf Acryl basierten. Habe ich nach der Reinigung des Vinyls als erstes mit einem dunkleren Ton zarte Augenbrauen vorgezeichnet. Diese Vorgehensweise barg für mich den Vorteil, dass ich die Brauen bei Nichtgefallen problemlos wieder entfernen konnte, ohne mir dabei Sorgen um die darunter liegende Färbung zu machen. Erst wenn ich mit der Form und der Position der Augenbrauen zufrieden war, habe ich mit dem Aufbau der Hautstruktur begonnen. Die vorgezeichneten Brauen schimmerten hinterher durch diese Färbung hindurch, so dass ich mich am Ende beim Ausarbeiten der Feinheiten daran orientieren konnte.

 

 

2. Bei Genesis

Da Genesis Farben wieder weg gewischt werden können, erspare ich mir die Mühe des Vorzeichnes nun. Da ich grundsätzlich unter einer Lupenlampe arbeite, entgeht mir natürlich kaum etwas und so habe ich festgestellt, dass dunkle Farben unter Umständen beim Wegwischen doch kleine Spuren hinterlassen. Deswegen fange ich nun beim Zeichnen der Augenbrauen mit den hell dargestellten Härchen an. Erst wenn sich die Brauen harmonisch in das Gesicht der Rebornbaby Puppe einfügen und  mir die Form und die Wuchsrichtung zusagt, gehe ich zu den dunkleren Härchen über.

Einblicke in das kleine Reich, in dem ich meine Puppenträume in Form von Rebornbabies verwirkliche

Posted By on 27. Februar 2011

 

Wallotti's kleines sonniges Ateliérchen

Bevor ich von den wasserlöslichen Farben, die sich in der Rebornszene eingebürgert haben, zu den Genesis Heat Paints gewechselt habe, stand ich vor einem kleinen Problem. Ich wusste nicht so genau, wo  ich mit diesen Farben arbeiten sollte. Bislang entstanden meine lebensecht wirkenden Puppen nämlich in dem Raum, in dem ich auch schlafe. Da wird jeder nachvollziehen können, dass sich mein Wunsch in Grenzen hielt, ausgerechnet in diesem Raum mit Verdünner zu hantieren.  Doch dann hatte ich die zündende Idee und so habe ich mir nach und nach in unserer Wintergartenkammer  ein Mini-Ateliér erschaffen. Ursprünglich handelte es sich bei diesem Winzling von Zimmerchen um einen ganz normalen Balkon.

Mein selbst gebautes Tischchen

Doch unser Vermieter war so pfiffig, ihn zu isolieren und mit Fenstern zu versehen. Deshalb  kann ich dieses kleine Zimmerchen auch im Winter nutzen.   

Seit der Umgestaltung für meine Zwecke fühle ich mich in diesem Raum sehr wohl. Nicht zuletzt auch deshalb, weil hier und da Prinzessin Lillifee mit mir in mein erstes eigenes Ateliérchen eingezogen ist.  Für Menschen, die nicht so eine bunte Phantasie haben, mag das befremdlich wirken. Aber meiner kleinen Großnichte imponiert das ungemein.  Und weil ich die Atmosphäre mag, die in dem Zimmerchen herrscht, stört es mich auch nicht, dass ich es mir mit Waschmaschine und Trockner teilen muss. Im Gegenteil, die Geräte bieten mir sogar eine schöne Ablagefläche und hinter einem extra für sie angefertigten Vorhang, fallen sie auch kaum noch auf.

Verträumte Atmosphäre

Auf mein Arbeitstischchen bin ich besonders stolz. Das liegt daran, dass ich es selbst gebaut habe. Gerade erst vor ein paar Wochen kam ich auf die glorreiche Idee, dass es noch hübscher aussehen würde, wenn ich es mit Geschenkpapier tapeziere, um es anschließend mit Laminierfolie und einem Bügeleisen wasserdicht zu versiegeln. Voller Vorfreude darauf, im Sommer bei geöffneten Fenstern an ihm meinem Hobby nachzugehen, habe ich mir erst vor kurzem ein schickes Sonnenschirmchen fürs Fenster und einen Funkkopfhörer für mich und meine Nachbarn zugelegt.  Mein letzter Deko-Clou sind drei wunderhübsche Jardinieren, die ich mir für die Fensterbänke eingebildet habe. Jetzt versprühen sie dort den verträumten Charme, der meine Kreativität beim Rebornen beflügelt. 

Severus Snape als Muse der Inspiration

Die Wand, an der mein Arbeitstischchen steht, wird von dem Bild meiner, mich inspirierenden Muse geziert. Severus Snape ist nun schon seit vielen Jahren mein ständiger Begleiter beim Rebornen, obwohl er nun wirklich nicht in eine Welt passt, die von Pastelltönen dominiert wird. Um diesen Widerspruch auszugleichen, positioniere ich in der Nähe seines Bildes immer die Farbtiegelchen und alle möglichen Fläschchen, weil ich finde, dass diese Utensilien, im Gegensatz zu Babypuppen, sehr gut zu ihm passen. Mein Mann nimmt diesen Musen-Fimmel Gott sei Dank mit Humor. Nun ja, ich habe ja auch ein Bildchen von ihm auf meinem Schreibtisch stehen und das versöhnt natürlich.

6″ Mini Rebornbaby Puppen

Posted By on 26. Februar 2011

Macey und Marilyn ~ modelliert von Danielle Zweers

Zur Zeit arbeite ich an Babypuppen, die  nach Fertigstellungen nur 15 cm groß sein werden. Insgesamt wird es 4 von diesen Rebornbabies geben. Zwei davon zeige ich hier schon einmal her. Es handelt sich dabei um Macey und Marilyn, die von Danielle Zweers modelliert worden sind. Im Vorschaubild auf der rechten Seite werden die Puppenköpfe etwa in Originalgröße dargestellt. Durch einen Click auf das Bild werden sie in Großformat angezeigt.

Rebornen, wie ich es sehe ~ Puppen, Kunst und Individualismus

Posted By on 26. Februar 2011

 

Ich war schon immer von Farben fasziniert und als ich 2004 die so genannten Rebornbabies auf ebay entdeckte, war ich begeistert von der Vorstellung, selbst Puppen gestalten zu können.  Seit dem ist das Rebornen in gewisser Weise mein liebstes Hobby.  Ich sage bewusst in gewisser Weise, weil ich zwar die Techniken aus dem Rebornbereich benutze, doch in der Umsetzung lasse ich mich überwiegend von der Phantasie walten. Mein vordergründiges Ziel ist es beim Rebornen nicht, die frühkindliches Leben perfekt nachzubilden. In erster Linie möchte ich mit diesen Mitteln eine Idee umsetzen.

Evenstar ~ a memory of Severus Snape

Wenn sie dazu in der Lage wären, könnte jede Puppe, die ich gestalte, eine Geschichte erzählen, die in sie hinein geflossen ist. Da gibt es meine kleine Hexe Evenstar. Sie wurde von mir erschaffen, nach dem ich den letzten Band von Harry Potter zu Ende gelesen hatte. Ich war nicht einverstanden damit,  wie die Autorin mit Severus Snape umgegangen ist. Am Ende war er für mich der wahre Held. Also habe ich ihm eine Puppe gewidmet, in die Merkmale von ihm und seiner großen Liebe Lily hinein geflossen sind.  An so einem Werk  arbeite ich sehr liebevoll und detailverliebt über einen langen Zeitraum hinweg, bis es endlich umgesetzt ist. Das Ergebnis ist am Ende ein materialsintensives Produkt, dass ich selbst als Kunstwerk einstufe.

Bei der Erschaffung eines solchen Werkes bediene ich mich zwar der Techniken des Rebornens, aber ich halte mich nicht strickt an die von der Natur vorgegebenen Standards. Sofern es zu meiner Idee passt, bekommt eine Babypuppe von mir auch schon einmal grüne Augen zugedacht, obwohl die Farbe bei realen Babies nicht vorkommt. Aus diesem Grund sehe ich mich selbst auch nicht als typische Rebornerin. Im Prinzip gestalte ich einfach nur Puppen, in die ich die phantasievollen Vorstellungen hineinlege, die meine persönliche Welt verschönern.

Seit dem ich reborne, habe ich drei Werke erschaffen, die mir besonders am Herzen liegen. Vor Evenstar gab es schon einmal das Zwillingspärchen Legola und Legolie. Für mich waren  diese beiden quietschvergnügt drein blickenden Puppen zwei kleine Hobbits, deren Gesichter die kindliche Lebensfreude  für mich perfekt zum Ausdruck brachten.

Legola und Legolie ~ Sinnbild kindlicher Lebensfreude

Nach den beiden o.g. Werken hatte ich so etwas, wie eine Schaffenskrise.  Jedenfalls wollte mir das Puppengestalten beinahe zwei Jahre lang nicht recht von der Hand gehen. Mir fehlten die phantasievollen Ideen, die mit meiner Hexe Evenstar mithalten konnten und ohne Kopfkino kann ich persönlich keine schönen Puppen gestalten. Im Nachhinein scheint es mir,  dass ich diese Zeit wohl benötigt habe, um endgültig meinen Weg und meinen Platz in der oft zitierten Rebornszene zu finden. Während ich um die Bausätze, die bei mir lagerten, einen Riesenbogen machte, begann ich mit der Planung eines anderen Projekts. Ich wusste, irgendwann werde ich ich wieder Puppen machen und dann würde es losgehen. Letztes Jahr im November ist mein Projekt  mit der Charity Reborn Babypuppe Prinz Vergissmeinnicht Cedrik von Wallotti gestartet.

Prinz Vergissmeinnicht Cedrik von Wallotti ~ Sonderbotschafter für Kinder

Mein kleiner Prinz war nur der Auftakt. Er war die erste Puppe, die ich zum Wohle für real lebende Kinder erschaffen habe und ihr Verkaufserlös wurde von mir an eine etablierte Kinderhilfsorganisation abgeführt, die weltweit tätig ist.  Mein Hang zur Detailverliebtheit habe ich bei ihm noch weiter kultiviert. Der Bausatz, den ich für ihn verwendet habe, spaltet die Rebornszene. Er entspricht nicht dem gängigen mainstream und gerade das machte ihn für mich so liebenswert, Schließlich sind Kinder, um die sich Kinderhilfsorganisationen kümmern müssen, auch irgendwie durch das Netz des mainstreams geglitten und zu Dingen, die nicht dem mainstream entsprechen, habe ich mich schon immer hingezogen gefühlt. Für mich strahlen sie oft auch eine gewisse Individualität aus und wenn ich mich so zurück erinnere, scheint es mir, als sei ich schon als Kind ein Individualist gewesen. Zudem sind ideelle Werte  für mich ein sehr hohes Gut.  Besonders dann, wenn sie mit dem Kindeswohl verbunden sind. Derartig erstrebenswerte Werte möchte ich mit meinen kleinen Kunstwerken unterstreichen.

Was ist eigentlich die Komplementärfarbe zu Blau? …

Posted By on 24. Februar 2011

Wird die Frage aufgeworfen, was die Komplementärfarbe zu Blau ist, werden bisweilen unterschiedliche Antworten laut. Die eine heißt Gelb. Die andere lautet Orange.  Aber was ist richtig? Im Prinzip ist das leicht zu erklären. Die Richtigkeit hängt davon ab, ob es um die Spektralfarben des Lichts, also um farbiges Licht oder um Pigmentfarben  geht. Auf das Licht bezogen, ist die Antwort eindeutig Gelb. Dreht es sich aber um Pigmentfarben, also um Künstlerfarben, dann  lautet  die Antwort unter Umständen Orange. Es gibt unzählige Farbmodelle, aber nicht alle sind auf das Malen mit Farben anwendbar. Je nachdem an welchem Farbmodell sich ein Künstler orientiert, entscheidet sich, ob die Komplementärfarbe von Blau Gelb oder Orange ist. In der Kunst kommt sehr oft die Farbenlehre zum Einsatz, zu der schon Johann Wolfgang von Goethe  den Grundstein gelegt hat.           

Künstlerfarben bestehen aus Farbpigmenten und einer Trägerflüssigkeit. Sie werden auch Körperfarben genannt, weil ihre Farbpigmente im Prinzip nichts anderes als kleine Körper sind , die die Eigenschaft aufweisen, bestimmte Teile der Spektralfarben zu reflektieren,  aus denen sich weißes Licht zusammensetzt.  Daraus  ergibt sich die logische Konsequenz, das z.B. gelbe Farbpigmente in Wirklichkeit Partikel sind, die  nur den gelben Anteil des Lichts reflektieren, das auf sie fällt.      

Farbrad nach Johannes Itten, gemalt mit den Grundfarben nach J.W. von Goethe

In der Farbtheorie nach Goethe gibt es drei Farben, die als Farben 1. Ordnung bezeichnet werden können. Es handelt sich bei ihnen um Blau (Ultramarinblau + Preussischblau), Rot (Krapplack dunkel + Permanentrot) und Gelb (Echtgelb dunkel + Echtgelb hell). Diese drei Farben werden auch Grundfarben oder Primärfarben genannt, weil es nicht möglich ist, sie auf der Palette durch das Mischen von Farben herzustellen. Alle Farben, die wir kennen, werden aus diesen drei Grundfarben gemischt.

Als Farben der 2. Ordnung  kommen drei weitere Farben hinzu. Hierbei handelt es sich um Violett, Grün und Orange. Diese Sekundärfarben entstehen, wenn zwei Farben erster Ordnung miteinander gemischt werden. Dementsprechend reflektiert die Farbe Violett  in Wirklichkeit Komponenten aus rotem und blauen Licht.

Umgangsprachlich werden auch Weiß und Schwarz als Farben bezeichnet. Streng genommen handelt es sich mit ihnen jedoch nicht um Farben, denn die  Farben, die wir sehen, entstehen dadurch, das  ihre Farbpigmente nur einen bestimmten Teil des Lichts reflektieren. Im Gegensatz dazu reflektieren Pigmente, die wir als weiße Farbe wahrnehmen in Wirklichkeit sämtliche Spektralfarben, aus denen sich weißes Licht zusammensetzt. Im Prinzip werfen sie nur das Licht zurück, das auf sie fällt. Bei Schwarz ist es anders herum. Farbpigmente, die den Sinneseindruck Schwarz erzeugen, reflektieren gar kein Licht. Deswegen werden Schwarz und Weiß, sowie die Grautöne dazwischen in der Farbenlehre bisweilen auch als unbunte Farben bezeichnet.

Schon Goethe hat in seiner Farbenlehre einen Farbkreis entworfen. Später entwickelte Johannes Itten ein Farbrad, das ich persönlich sehr schätze, weil es  das Spiel mit den Farben sehr schön veranschaulicht. Was den Farbraum betrifft, orientiere ich mich jedoch an J.W. Goethe und nicht an J. Itten. In dem auf seine Farbenlehre basierenden Farbrad liegen sich die sogenannten Komplementärfarben gegenüber. Die Komplementärfarbe zu den Farben 1. Ordnung (Blau, Rot, Gelb) ergibt sich jeweils aus einer 50 : 50 Mischung der beiden anderen Grundfarben. Dementsprechend ist die Komplementärfarbe von Blau ein Mix aus Gelb und Rot, also Orange. Die Komplentärfarbe für ein Blau, das ein wenig in die Farbrichtung Rot tendiert, erhält automatisch ein Orange als Komplementärfarbe, dessen Rotanteil sich in Richtung Gelb verringert hat. 

Werden Komplementärfarben miteinander gemischt, heben sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf.  Deswegen wird im Rebornbereich ein orangestichiges Vinyl mit dem sogenannten Blue Wash und ein pinkstichtiges Vinyl mit einem Green Wash  neutralisiert.  In beiden Fällen werden Schichten eines entsprechend dünn angerührten Farbtons auf die Vinylteile aufgetragen, um sich so den Effekt der Farbabschwächung zu Nutze zu machen.

Eine satte Mischung von Komplementärfarben ergibt einen schwarzen Farbton, weil die Farbpigmente kein Licht mehr reflektieren können.  Dies macht deutlich, warum mit Pigmentfarben nicht das gemischt werden kann, was wir als die Farbe weiß wahrnehmen. Indem wir einem Orange Blau beimischen, fügen wir den Farbpigmenten nicht etwa eine Komponente hinzu. Im Gegenteil, wir nehmen beiden Farbtönen dadurch jeweils einen Teil des Lichtspektrums weg, das sie reflektieren.  Deshalb spricht man in diesem Fall auch von der subtraktiven Farbmischung. Sie ist  der Grund dafür, warum der Green Wash und der Blue Wash funktionieren.             

Farbkontraste

Komplementärfarben können sich aber auch gegenseitig zu höchster Leuchtkraft steigern, wenn sie in einer gemalten Darstellung gezielt aufeinander treffen. Ihre Kombination miteinander wird vom menschlichen Auge als angenehm empfunden.  Entsteht gleichzeitig ein Kontrast zwischen einem warmen und einem kalten Farbton, wird auch dieser Effekt verstärkt. Dementsprechend wirkt ein ansich schon warmes Violett  noch wärmer, wenn ihm ein kaltes Gelb gegenüber gestellt wird. Das Gelb selbst wirkt in diesem Fall noch kälter. Mit einem Spiel von hellen und dunklen und/oder mit einem Wechsel von kalten und warmen Farben lässt sich beim Malen eine Farbtiefe erzeugen, die einen 3D-Eindruck aufweisen kann. Helle Farben und/oder kalte Farben, also Töne mit einem verhältnissmäßig hohem Blauanteil, treten dabei in den Hintergrund, während die dunkleren und/oder  die wärmeren Farben  in den Vordergrund treten.